Im Gespräch mit Staatssekretär Marc Jan Eumann

nrw staatssekretaer dr marc_jan eumann netzpolitikcamp In knapp einem Monat startet das NetzpolitikCamp | Freifunk in NRW in Dortmund. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Die ersten Session-Vorschläge sind zusammengekommen und von der zweiten Ticketwelle sind nur noch wenige Tickets verfügbar.

Wir haben Staatssekretär für Europa und Medien des Landes NRW Dr. Marc Jan Eumann, der am 13. April das NetzpolitikCamp eröffnen wird, vorab ein paar Fragen stellen können.

Hallo Herr Eumann, schön, dass wir vor der Veranstaltung noch Zeit für ein paar Fragen haben. Es gibt ja nach 2015 zum zweiten Mal ein NetzpolitikCamp in NRW, diesmal zum Thema Freifunk. Welchen Stellenwert hat das Thema hier in NRW?

Freifunk ist in NRW eine breite gesellschaftliche Bewegung: Ehrenamtliche, Vereine, Institutionen und Unternehmen knüpfen gemeinsam offene, nicht kommerzielle Bürgernetze. Freifunk erweitert und belebt öffentliche Räume. Das ist digitales, bürgerschaftliches Engagement – nicht nur in den Großstädten, sondern landesweit.

Bei Freifunk geht es nicht nur um Internetzugang, sondern auch um Wissenstransfer und um Medienkompetenz. Freiwillige bauen gemeinsam mit erfahrenen Freifunkern Netze auf, bespielen Router, installieren Hotspots und organisieren sich in Stadtteilen. Das dient dem Gemeinwohl, am Ende sind alle schlauer und es gibt ein freies Bürgernetz.

Wie ist die Idee entstanden, anstatt einer Fachtagung oder einer Konferenz ein BarCamp zum Thema “Freifunk“ zu realisieren?

Das hängt mit der erfolgreichen Premiere im letzten Jahr zusammen. Beim ersten NetzpolitkCamp (am 11. März 2015 in Düsseldorf) haben 90 Menschen einen Tag intensiv miteinander diskutiert. Es hat sich gezeigt, dass das BarCamp-Format für einen offenen Austausch und zur guten Vernetzung eine optimale Plattform bietet. Zudem können aktuelle Themen zeitnah aufgegriffen werden – gerade bei den schnellen Veränderungen im Kontext digitaler Themen ein weiterer Vorteil. Es lag also nah, auch das Thema „Freifunk“ in einem solchen Rahmen zu diskutieren.

Wer wird am NetzpolitikCamp teilnehmen bzw. an wen richtet sich das BarCamp?

Das NetzpolitikCamp ist ein offenes Veranstaltungsformat, d. h. jeder am Thema Interessierte kann teilnehmen. Es richtet sich aber vor allem an zwei Gruppen – einerseits an die Akteure, die sich mit dem Thema beschäftigen und Freifunk-Projekte aufsetzen, d. h. insbesondere die Freifunk-Community und die zahlreichen engagierten Vereine. Auf der anderen Seite wird es Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Verwaltungs-Umfeld geben. Ich glaube, dass das ein spannender Austausch ist und hier alle voneinander lernen können.

Welche Themen bzw. welche Sessions erwarten Sie beim NetzpolitikCamp?

Im Sinne des Schwerpunkts Freifunk sind hier zwei Bereiche spannend: Zum einen soll ein unkomplizierter Einstieg ins Thema ermöglicht werden. Insofern ist natürlich wünschenswert, dass es zahlreiche Einsteiger- und Grundlagen-Sessions und best practice gibt, in denen sich konkrete Erfahrungen aus den diversen Projekten in NRW widerspiegeln. Zum anderen soll aber auch der stetig wachsenden FreifunkCommunity Raum zum Austausch geboten werden, z. B. zu technischen Einzelfragen oder Erfahrungen und Herausforderungen bei der Umsetzung.

Ich bin sehr gespannt, welche konkreten Vorschläge kommen werden und wie das Programm nach der gemeinsamen Sessionplanung beim NetzpolitikCamp aussehen wird.

Was erwarten Sie persönlich vom NetzpolitikCamp?

Die Intensität und Offenheit des ersten NetzpolitikCamps haben mich sehr beeindruckt. Hier wurde – auch über die Grenzen von Parteien und Behörden hinweg – engagiert und auf Augenhöhe diskutiert. Die Chancen stehen gut, dass diese Kommunikationskultur auch im April in Dortmund spürbar wird – diesmal eben mit dem Fokus auf Freifunk.

Ich wünsche mir außerdem, dass es zu einem intensiven Austausch zwischen den verschiedenen Akteuren kommt. Und natürlich erhoffe ich mir wichtige Impulse für die weitere Etablierung und Verbreitung des Themas Freifunk in NRW.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Eumann!

Foto: Land NRW / M. Hermenau

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