Das Dortmunder U: Mehr zur Location

dortmunder u location netzpolitikcampAm 13. April 2016 findet das NetzpolitikCamp | Freifunk in NRW im Dortmunder U (Website) statt. Was einst als Gär- und Lagerkeller der Dortmunder Union-Brauerei begann, ist heute eines der wichtigsten Kulturzentren der Region und ein Symbol für den Strukturwandel Dortmunds. Das Dortmunder U verbindet als “Zentrum für Kunst und Kreativität” Kunst, Kultur, Bildung, Wissenschaft und Forschung – als Museum und als Veranstaltungsort für Konferenzen und BarCamps. Die Dortmunder Freifunk-Community hat einen Teil des Dortmunder U bereits mit Freifunk ausgestattet. Mehr dazu und warum sich das Gebäude als Veranstaltungsort eignet, erklärt Marketing-Leiterin Jasmin Vogel im Interview – und voraussichtlich auch in einer Session am 13. April.

Seinen Namen hat das Dortmunder U übrigens von einem neun Meter hohen, vierseitigen „U“ auf dem Dach, dem Firmenlogo der Union-Brauerei. Es wurde 1968 erstmals angebracht. Im Zuge des Umbaus des Gebäudes 2008 wurde auch das Logo restauriert. Das vergoldete und beleuchtete „U“ ist heute als Wahrzeichen weithin sichtbar (siehe auch Wikipedia).

Dortmunder U im Interview

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Jasmin Vogel, Leitung Marketing Dortmunder U

Hallo Jasmin, im Dortmunder U finden immer wieder Konferenzen statt und es gab auch schon BarCamps. Warum eignet sich das Dortmunder U für so unterschiedliche Veranstaltungen und wie sehen die Reaktionen der Teilnehmer auf das durchaus ungewöhnliche Gebäude aus?
Ein besonderer Fokus des Hauses richtet sich auf die Verbindung von künstlerischen Formaten und digitalen Medien, wobei die Frage der gesellschaftlichen Relevanz hier häufig im Vordergrund steht. Da passen Formate wie die Gamerkonferenz “Next Level”, die “Open Tech School Conference” oder diversen Barcamps (stARTcamp Ruhr York, Geo-Location-Camp etc.) sowie verschiedenen Hackathons wunderbar in unser Programmprofil. Die Teilnehmer sind dann meistens sehr erstaunt, was man bei uns alles machen kann und welche Möglichkeiten ihnen das Haus bietet.

 

Was sind gerade die aktuellen Themen und Herausforderungen rund um das Dortmunder U und wie soll sich das U entwickeln?
Das U passt in keine bekannten Schablonen, und es gibt keine Blaupausen für unsere Mischnutzung, Funktionen und Angebotsstruktur. Unser Selbstverständnis und Profil müssen wir uns neu erarbeiten. Deshalb haben wir die Möglichkeit uns mit den wichtigen Themen von heute und morgen zu beschäftigen. Die Ausstellung des HMKV “Whistleblower & Vigilanten. Figuren des digitalen Widerstands“ z.B. fragt, was Hacktivisten, Whistleblower und (Internet-)Vigilanten verbindet. Wie sehen die Rechtsvorstellungen der
unterschiedlichen Akteure aus? Gibt es Gemeinsamkeiten? Wer spricht und handelt für wen und im Sinne welches (höheren) Rechts? Das sind relevante Themen unserer Gesellschaft, denen wir uns hier widmen können, ohne gleich eine Antwort parat haben zu müssen. Das U ist dabei Diskussionsgeber und Plattform in einem.

 

Das Dortmunder U ist zum Teil schon mit Freifunk ausgestattet. Wie hat sich das entwickelt und wie sieht die weitere Planung aus – vielleicht auch über die reine Freifunk-Einführung hinaus?
Zum Glück haben uns die Freifunker nach einem Barcamp kontaktiert, da es an dem Wochenende kein anständiges WLAN gab und so hat eins das andere ergeben. Wir sind sehr froh über diese Zusammenarbeit, denn es passt thematisch gut zu den für uns wichtigen Themen wie Bürgerbeteiligung und den drängenden Fragen zu Zukunft und Stadt. Das Projekt „Innovative Citizen“ z.B. spiegelt die wachsenden Kräfte der Maker-Kultur rund um das Dortmunder U wider.

 

Wir bauen und experimentieren hier an einer Spielwiese für eine fair funktionierende Gesellschaft. Die ist gleichzeitig ökonomisch und technologisch orientiert, soll aber die Ressourcen schonen. Der Fokus liegt daher unter anderem auf einem intelligenten Konsumstil und der Selbstaneignung von bestimmten Fähigkeiten. Ein Punkt, der genauso der Freifunkerbewegung zu eigen ist. Von den Bürgern für die Bürger. Und was läge da näher, als diesen Aspekt auch in der Infrastruktur des Hauses zu berücksichtigen? Mehr zu dem Thema werde ich dann gerne im Rahmen einer Session zum NetzpolitikCamp berichten.

 

Vielen Dank für das Interview, Jasmin!

Das Programm des NetzpolitikCamps wird erst vor Ort von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern gemeinsam gestaltet. Wer jetzt schon eine Session-Idee hat, kann diese gerne unter Sessions eintragen.

Die oben erwähnte Ausstellung “Whistleblower & Vigilanten” startet übrigens am 9. April und läuft bis zum 14. August 2016.

Bildquellen:
Dortmunder U: Foto: Hannes Woidich, Dortmund – Gestaltung: Hannes Woidich, Dortmund
Jasmin Vogel: Foto: Roland Baege

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