Was ist das NetzpolitikCamp?

NetzpolitikCamp - SessionplanungDas NetzpolitikCamp, das ja am 11. März in Düsseldorf stattfindet, ist eine Konferenz im sogenannten BarCamp-Format (hier mit dem Themenfokus auf Netzpolitik), das sich von “klassischen” Konferenzen vor allem in zwei Aspekten unterscheidet: Zum einen findet zu Anfang eine Vorstellungsrunde statt, bei der sich alle Teilnehmer* kurz vorstellen. Und zum anderen wird morgens gemeinsam das Programm geplant. Klingt merkwürdig? Funktioniert aber ganz ausgezeichnet und das seit zehn Jahren. Im Folgenden stellen wir das spannende Format etwas ausführlicher vor.

Grundlagen

Ein Barcamp ist ein offenes Konferenzformat, bei dem jeder Teilnehmer angehalten ist, aktiv zu partizipieren. Die Veranstalter geben hier lediglich den Rahmen vor, indem die Räumlichkeiten, Verpflegung sowie ein zeitliches Ablaufgerüst gestellt werden. Den Inhalt des NetzpolitikCamps gestalten die Teilnehmer selbst, sei es durch das Einbringen von Themenvorschlägen, die aktive Diskussion in den Sessions oder Diskussionen und Gespräche abseits des Programms.

Das BarCamp-Format entstand 2005 in den USA als Gegenentwurf zu geschlossenen und inhaltlich durchgeplanten Konferenzformaten mit IT-Bezug – da BarCamps etwas anderen Regeln folgen, werden sie gerne auch als Unkonferenzen bezeichnet. BarCamps gab es ab 2006 auch in Deutschland und mit mehr als 60 BarCamps pro Jahr hat sich dieses Veranstaltungsformat mittlerweile einen festen Platz im deutschen Veranstaltungskalender erobert – neben „klassischen“ BarCamps, die in aller Regel völlig themenoffen sind, gibt es dabei immer mehr ThemenCamps, d.h. BarCamps mit einem konkreten Themenbezug (z.B. VideoCamp, MonitoringCamp, CommunityCamp).

Traditionell haben Barcamps nur 8 Regeln, die da lauten:

  1. Sprich über das BarCamp.
  2. Blogge über das BarCamp.
  3. Wenn du etwas präsentieren willst, musst du dein Thema und deinen Namen in ein Präsentationsfenster schreiben. (“Sessionboard”)
  4. Stelle dich mit drei Worten vor. (Die drei “Hashtags” / Schlagworte bei der Vorstellungsrunde)
  5. So viele zeitgleiche Präsentationen wie es Räume gibt.
  6. Keine vorher festgelegten Präsentationen, keine Zuschauer (sondern nur Teilnehmer).
  7. Präsentationen dauern so lange, wie sie dauern oder bis das nächste Präsentationsfenster beginnt.
  8. Wenn du zum ersten Mal bei einem BarCamp bist, MUSST du präsentieren. (Ok, du MUSST nicht wirklich, aber versuche, zusammen mit jemand anders zusammen zu präsentieren oder stelle wenigstens Fragen und sei ein interaktiver Teilehmer.

(Übersetzt aus dem Englischen, Original siehe barcamp.org)

Diese Regeln werden wir bei dem NetzpolitikCamp einhalten, denn in seiner Reinform hat ein Barcamp die höchste Dynamik.

Ablauf

Der Tag beginnt mit der Akkreditierung der Teilnehmer und einem gemeinsamen Frühstück, bei dem erste Kontakte geknüpft werden können. Nach einer Begrüßung durch die Ministerin gibt es eine Vorstellungsrunde, in der jeder Teilnehmer sich kurz vorstellt. Um diese möglichst effizient und kurz zu halten, nennt hier jede Person ihren Namen, sowie drei Schlagworte (auch “Hashtags” oder “Tags” genannt), die sie bestmöglich beschreibt. Dies kann beispielsweise ein Feld der Expertise, die Profession, oder eine Leidenschaft sein. Durch diese “Tags” stossen Sie schnell auf die Teilnehmer, die  mit den gleichen Themen unterwegs sind – erste gute Anknüpfungspunkte für einen Austausch auf Augenhöhe also. Denn bei BarCamps hat das Networking einen besonders hohen Stellenwert.

Auf die Vorstellungsrunde folgt die Sessionplanung, bei der jeder Teilnehmer die Gelegenheit hat ein Thema, das im netzpolitischem Kontext beschäftigt vorzuschlagen. Dafür ist lediglich erforderlich, dass Sie einen Vortrag, eine Fragestellung oder eine These vorstellen.
Per Handzeichen stimmt der Saal nun über das Interesse an dieser Session und damit die erforderliche Größe des Raumes ab. Auf dieser Basis wird die Session nun auf einem sich füllendem Stundenplan zeitlich eingeordnet. Am Ende der Sessionplanung ist der Plan gefüllt und die ersten Sessions können beginnen – siehe z.B. den nachfolgenden Sessionplan beim KrisenPRCamp.

Eine Session gibt jeweils 45 Minuten Platz für Vortrag und Diskussionen, darauf folgen 15 Minuten Pause, bis der nächste Intervall beginnt. Zum Abschluss des Tages gibt es noch ein gemeinsames Treffen im großen Raum, bevor das Abendprogramm beginnt.

Sollten Sie einmal kein Thema finden, das Ihnen zusagt, gibt es einen Aufenthaltsbereich, in dem Sie sich bei einem Kaffee mit anderen Teilnehmern austauschen können.

Wir hoffen Ihnen mit diesem Text eine ausreichende Vorstellung dessen, was da auf Sie zukommt, vermitteln zu können. Bei Fragen zu dem Format oder dem Ablauf stehen wir aus dem Organisationsteam Ihnen natürlich gerne zur Verfügung.

*Zur Vereinfachung des Textes wird hier der Begriff Teilnehmer im geschlechtsneutralen Sinne verwendet und bezeichnet sowohl weibliche Teilnehmerinnen als auch männliche Teilnehmer.

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